Laden...

Tipps zum Laufschuhkauf

1. Alte Schuhe mitbringen

Die alten Laufschuhe mitzubringen ist empfehlenswert (am besten vorher zumindest grob sauber machen ;-), denn der geschulte Berater kann daraus wertvolle Schlüsse ziehen. Der alte Schuh ist so zu sagen das Logbuch des Läufers. In diesem Fall (und nur in diesem) gilt, je älter der Schuh desto besser.

So lässt sich z.B. an einem länger getragenen Schuh die eventuell einseitige Abnutzung der Außensohle sehen, die wiederum auf ein bestimmtes Abrollverhalten schließen lässt. Ebenso lassen sich ausgeprägte Fußfehlstellungen daran erkennen, dass der Schuh „schief“ gelaufen (verzogen) ist. Zudem lassen sich Aussagen darüber treffen, ob die Schuhkategorie richtig gewählt war. Hierfür würde ein gleichmäßiges Ablaufen der Außensohle sprechen. Darüber hinaus ist es für den Berater gut zu wissen, mit welchen Schuhen (Marken und Modelle) der Kunde bisher gut bzw. weniger gut zurecht gekommen ist. Den Schuhnamen finden Sie entweder auf der Lasche (oben innen/außen), auf der Einlegesohle oder auf dem Schaft. Aber aufgepasst bei Nachfolgemodellen, mit denen viele Berater schnell bei der Hand sind. Des öfteren werden diese auch "verschlimmbessert". Deshalb den Schuh auch in diesem Fall vor dem Kauf unbedingt anprobieren und am besten Alternativen von anderen Herstellern dazu.

2. Körpergewicht

Das 2 - 4-fache des Körpergewichtes muss der Fuß und damit auch der Laufschuh bei jedem Schritt tragen (nur ein Bein hat Bodenkontakt nach einer kurzen Flugphase). Bei einem Lauf über 10 km kommen schnell ein paar Tonnen zusammen. Bei einem leichten Läufer wirken ganz andere Kräfte auf den Schuh als bei einem schwereren Läufer, weshalb der letztgenannte stabilere Schuhe mit festeren Zwischensohlen braucht. Hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass der Schuh nicht nur zum Körpergewicht, sondern auch zum Abrollverhalten passt. Die meisten stabilen Schuhe für schwerere Läufer sind zugleich auch stark pronationsgestützt und das passt z.B. für ein neutrales Abrollverhalten überhaupt nicht.

Des weiteren spielt natürlich die Laufgeschwindigkeit eine Rolle. Je höher diese ist, desto höher die Belastung für Schuh und Fuß. Deshalb kann unter Umständen, langsames Tempo vorausgesetzt, ein schwerer Läufer mit einem etwas weniger stabilen Schuh zurecht kommen. Nach dem Gewicht werden leichte Läufer (bis 70 kg), mittelschwere Läufer (70 - 85/90 kg) und schwere Läufer (größer 85/90 kg) unterschieden. Bei den Läuferinnen wird grob von 10 - 15 kg weniger ausgegangen, d.h. die leichte Läuferin wiegt bis 55 kg, die mittelschwere Läuferin 55 - 70/75 kg und die schwere Läuferin über 70/75 kg.


3. Fußfehlstellungen

Normalfuß, Hohlfuß oder Senkfuß bedingen ein unterschiedliches Abrollverhalten und brauchen unterschiedliche Schuhkonstruktionen. Deshalb ist die Auswahl des Einzelnen aus dem jeweiligen Sortiment im voraus eingeschränkt. Von der Tendenz her brauchen Hohlfüßler eher gut gedämpfte Schuhe, da bei diesem Fußtyp dem Fuß der natürliche Aufprallschutz fehlt. Hohlfüßler knicken nach dem Aufsetzen häufig mehr oder weniger stark nach außen ab (Supination). Mit anderen Worten: Es fehlt die natürliche Pronation. Hier sollten Neutrallaufschuhe mit Eignung für Supinierer zum Einsatz kommen.

Ein leichtes nach-innen-knicken, wie es beim Normal-/Neutralfuß der Fall ist, ist als normal anzusehen und nicht problematisch, ja sogar erwünscht (natürliche Dämpfungsbewegung des Fußes). In diesem Fall sollten Neutrallaufschuhe zum Einsatz kommen. Leider wird das in vielen Geschäften übersehen und mit gestützten Schuhen diese natürliche Fußbewegung wegkorrigiert!

Anders verhält sich das ganze bei (Knick-)Senk-Spreizfüßlern, die überwiegend mehr oder weniger stark nach innen abknicken (Überpronation). Hier sollten Schuhe mit einer Pronationsstütze auf der Innenseite zum Einsatz kommen. Je nach Stärke der Überpronation und dem Gewicht des Läufers passen Stabilschuhe bzw. Bewegungskontrollschuhe besser. Unter Umständen lässt sich eine Fehlstellung nicht ausreichend durch die Schuhe korrigieren. Dann sind zusätzlich orthopädische Einlagen zu empfehlen. Diese können dann auch dem unter Umständen unterschiedlichem Abrollverhalten der beiden Füße angepasst werden, was mit dem Schuh alleine nicht möglich ist. Der Platz für die orthopädische Einlage wird durch die Herausnahme der Herstellereinlage geschaffen.


4. Achsstellung

Die Beinstellung (X-/O-Bein) sollte ebenfalls Beachtung finden. Denn auch sie beeinflusst das Abrollverhalten.

Die statische Achsstellung lässt sich sehr einfach überprüfen: Stellen Sie beide Beine zusammen und drücken Sie die Knie durch. Bei einer geraden Beinachse berühren sich Ihre Knie (fast). Passen mehr als zwei Finger quer dazwischen, wird dies als O-Bein bezeichnet. Bei X-Beinen lassen sich die Knöchel bei geschlossenen Knien nicht mehr zusammenstellen und es passen mehr als zwei Finger quer dazwischen.

Zur Untersuchung der dynamischen Beinachse machen Sie einfach eine einbeinige Kniebeuge. Tendiert dabei das Knie nach innen, so ist mit einer stärkeren Pronation zu rechnen. Tendiert es nach außen, ist die Belastung auf dem Fußaußenrand höher und eine Supination wahrscheinlicher. Bleibt das Knie gerade (keine Abweichung), liegt eine gerade Beinachse vor. Supinierer haben häufig O-Beine, während bei X-Beinen meist eine Überpronation zu finden ist. Wie überall gibt es hier zahlreiche Ausnahmen.

5. Ganglinie

Neben dem Fußtyp und der Beinachse ist auch die Ganglinie interessant. Dabei wird untersucht, ob der Fuß gerade (Bild links), außen- (Bild Mitte) oder innenrotiert (Bild rechts) aufgesetzt wird. Je stärker der Fuß außenrotiert aufgesetzt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Überpronation. Bei einem stark innenrotierten Aufsetzen ist hingegen eine Supination wahrscheinlicher. Auch beim bequemen Stehen ist eine Tendenz für die Ganglinie zumeist erkennbar.

6. Laufstil

Hier ist entscheidend ob Sie über den Rückfuß abrollen (ist häufiger zu finden) oder über den Vorfuß bzw. Mittelfuß laufen. Den perfekten Laufstil für alle gibt es nicht. Pro- und Contra-Argumente gibt es für beide Laufstile. Beide Stilarten sollten unterschiedlich bezüglich des Schuhwerkes versorgt werden. Beim Vorfußläufer sollte das Augenmerk v. a. auf einem flexiblen, flacher gebauten Schuh liegen. Übermäßige Pronationsstützen sind hier in der Regel fehl am Platz, da die Stützfunktion in diesem Fall teilweise von der Muskulatur übernommen wird und der Rückfuß weniger Bodenkontakt bekommt. Beim Vorfußlaufstil muss zudem der Schuhgröße noch mehr Augenmerk geschenkt werden, da hier das "Nach-Vorne-Rutschen" in der Regel stärker ist. Die Wirkung von Dämpfungselementen im Vorfuß ist bei diesen Laufstil besonders umstritten (zumindest wenn sie nicht die gleiche Härte wie der restliche Vorfußbereich haben). Während für den Rückfußläufer zahlreiche Modelle zur Wahl stehen (Eigentlich alle Modelle sind für diesen Laufstil gemacht.), ist es momentan für Vorfußläufer etwas schwieriger an geeignete Modelle zu kommen. Am ehesten werden sie bei den Lightweighttrainern und Wettkampfschuhen fündig.


7. Verwendungszweck

Soll es ein Trainingsschuh oder ein Wettkampfschuh sein? Soll es ein Schuh für Straße oder Gelände oder beides sein? Stimmen Sie möglichst objektiv Ihre Ansprüche mit dem vorgesehenen Verwendungszweck ab. So macht es sicherlich keinen Sinn, wenn Sie vorwiegend Asphalt laufen und eigentlich nur bei gutem Wetter unterwegs sind, einen wasserdichten Geländelaufschuh mit grobem Profil zu kaufen. Jemand der keine Wettkämpfe läufst, braucht demnach auch nicht unbedingt einen Wettkampfschuh, sondern ist mit Trainingsschuhen zumeist besser bedient.
Trail am Gardasee (c) Laufschuhkauf.de8. Bevorzugter Laufuntergrund


8. Bevorzugter Laufuntergrund

Wer lieber auf festem Untergrund (z.B. Asphalt) läuft braucht weniger griffigere Sohlen, wie jemand, der auf losem Untergrund (z.B. Wald) läuft. Die Dämpfung sollte natürlich auf den jeweiligen Untergrund angepasst sein. Wenn Sie vorwiegend auf festerem Untergrund laufen, dann sollten Sie auf eine gute Dämpfung achten. Wer sowohl auf losem als auch auf festem Untergrund läuft und nur einen Schuh besitzt, kommt im Normalfall am besten mit Straßenlaufschuhen zurecht.


9. Laufumfang

Wer mehr als 20 Kilometer in der Woche läuft, sollte mindestens zwei Modelle, am besten unterschiedlicher Hersteller (aber funktional entsprechend bzw. ähnlich) im Schrank haben. Kaufen Sie die Schuhe mit ein paar Wochen Abstand und tragen Sie diese im Wechsel, damit Ihr Fuß immer wieder einen neuen Reiz bekommt. Jeder Schuh ist anders aufgebaut, hat eine andere Passform, ein anderes Dämpfungssystem, einen anderen Leisten, usw. Dadurch verhindern Sie, dass sich Ihr Fuß zu sehr an einen Schuh gewöhnt und sich Beschwerden einlaufen. So wie Sie Tempo, Streckenlänge und Art der Strecke (Profil und Untergrund) variieren, sollten Sie auch die Schuhe wechseln. Natürlich kann der zweite Schuh ein Geländelaufschuh oder aber ein Wettkampfschuh sein. Wichtig ist dabei immer, dass der Schuh funktional entsprechend bzw. ähnlich ist. Sie sollten also nicht einen absolut superstabilen pronationsgestützten Schuh und gleichzeitig einen superleichten, neutralen Wettkampfschuh laufen. Die "Optimistenregel" besagt: Für jeden Tag, den Sie in der Woche laufen, sollten Sie ein Paar Laufschuhe besitzen. Das macht natürlich nur bei entsprechend hohen km-Umfängen Sinn. Für den Anfänger, der 4 x 20 min. die Woche läuft wären 4 Paar Schuhe sicherlich etwas übertrieben.


10. Anfängerschuhe

Gibt es meiner Auffassung nach nicht. Es gibt günstige Schuhe und teurere Schuhe und geeignete und weniger geeignete Schuhe. Natürlich braucht der Anfänger nicht gleich den 165,- € Schuh, aber von der Funktionalität sollte der Schuh schon passen. Trotzdem gilt: Lieber irgendeinen günstigen (am besten Auslaufmodelle, da Sie damit "mehr" für Ihr Geld bekommen) nur bedingt geeigneten Laufschuh für den Einstieg (Wer weiß ob Sie dabeibleiben?), als einen Tennisschuh zum Laufen. Sollte Ihnen das Laufen Spaß machen und das ganze eine gewisse Regelmäßigkeit und Intensität annehmen, dann sollte der Schuh unbedingt den neuen Ambitionen angepasst werden.


11. Frauenmodelle

Frauen brauchen andere Laufschuhe als Männer. Der Unterschied zu den Männern liegt meistens in der Breite des (zierlicheren) Fußes und dem meist niedrigeren Körpergewicht. Zudem neigen Frauen eher zu X-Beinen und stärkerer Pronation, was v. a. durch die breitere Hüft-/Beckenstellung bedingt ist. Deshalb sind Frauenmodelle, abgesehen von den Farben, hinsichtlich des Aufbaues nicht immer gleich den Herrenmodellen. Der typische Damenleisten ist in der Ferse schmaler geschnitten und hat einen breiteren Vorfußbereich. Vgl. das Frauenmodell Adidas Witek zu dem es kein entsprechendes Herrenmodell gibt. Allerdings sind bei einigen Herstellern die Damen- auch nur kleinere Ausführungen der Herrenmodelle.

12. Wettkampfschuhe

Sind leichter und auf stärker gebogenem Leisten gefertigt. Sie sind dadurch dynamischer, der Fuß ist näher am Laufuntergrund was für einen besseren Abdruck sorgt. Dafür verfügen sie aber über weniger Stabilität und haben eine kürzere Lebensdauer. V. a. in längeren Wettkämpfen sollten Sie nur von leichteren und schnelleren Läufern getragen werden. Als Anhaltspunkt: Marathon mindestens unter 03:00 std. bzw. Frauen unter 03:20 std., 10 km unter 36/37 min. bzw. Frauen unter 39/40 min.. Neben der Stabilität sind auch die Dämpfungseigenschaften geringer. Irgendwo muss das Gewicht gespart werden. Für die meisten Läufer macht es mehr Sinn einen leichten Trainingsschuh für die Wettkämpfe zu tragen. Wichtig ist die Kenntnis der Tatsache, dass ein schwerer langsamer Läufer aufgrund der unter Umständen fehlenden Stabilität durch die höhere Beanspruchung der Muskulatur mehr Zeit verliert als er jemals mit Hilfe des niedrigeren Gewichtes des Schuhes sparen kann. Effektiveres Training spart mehr Zeit, als jeder noch so leichte Schuh (zumindest bei langsameren Läufern). Einen Text zum Thema "Welche Schuhe im Wettkampf?" finden Sie hier.

13. Größe

Laufschuhe haben die richtige Größe, wenn bei gutem Fersensitz in der Länge, von den Zehenspitzen bis hin zur Schuhkante, eine Daumenbreite Platz zu fühlen ist. Beim Abdrücken des Fußes vom Boden rutscht der Fuß nach vorne. Dafür wird der Platz benötigt. Natürlich schwillt der Fuß beim Laufen an, Sie haben eventuell einen dickeren Socken an, usw. das ist bei der "Daumenbreite" aber bereits mit eingerechnet. Gehen Sie möglichst nachmittags oder abends zum Laufschuhkauf, weil sich der Fuß (v. a. in der Breite durch Blutstauung und Wärme) über den Tag ausdehnt (v. a. Frauen sollten hierauf achten!). Männerschuhe sind in den europäischen Größen Euro 42 bis 48 problemlos zu erhalten. Viele Modelle gibt es sogar bis 51. Ab Größe 48 zählt der Schuh allerdings zu den Übergrößen, die zumeist schwerer zu erhalten sind. Frauenschuhe gibt es in den Größen Euro 37 - 43,5 in den meisten Geschäften. Fast alle Hersteller bieten Frauen“über“größen an, die frau aber i. d. R. bestellen muss (zumeist unverbindlich möglich). Problematisch bei den Größen ist nur, dass leider fast jeder Hersteller eine andere Größenstaffelung besitzt und die Schuhe auch unterschiedlich ausfallen. So sind die Schuhe in der angegebenen Eurogröße nicht immer vergleichbar. Am besten orientieren Sie sich an der US-Größe. Eine Größenübersicht bietet die hier verlinkte Tabelle.

14. Marke

Die Marke sollte eigentlich keine Rolle spielen. Der Hauptunterschied zwischen den einzelnen Herstellern ist die Passform. So sind Adidas-Modelle zumeist eher schmal, während Saucony sehr breite Schuhe fertigt. Von jedem Hersteller gibt es vergleichbare Modelle. Wählen Sie den Ihren Bedürfnissen entsprechenden und von der Passform am besten sitzenden Schuh aus. Haben Sie bereits gute bzw. schlechte Erfahrungen mit einer Marke gemacht, ist es natürlich sinnvoll auf die Marke mit der Sie bisher zurecht gekommen sind zurückzugreifen. Trotzdem sollten Sie immer offen für Neues bleiben und regelmäßig auch Schuhe von anderen Herstellern probieren. Schuhe und Passformen ändern sich! Was einmal nicht gepasst hat, kann beim nächsten Mal eine gute Lösung darstellen.

15. Farbe / Aussehen

Die Farbe, das Design kurz das Aussehen des Laufschuhes spielt leider allzu oft eine entscheidende Rolle beim Kauf. Der Schuh muss nicht "trendy" aussehen sondern gut sitzen. Ihren Bewegungsapparat interessiert die Farbe nicht, sondern lediglich, dass der Schuh funktioniert und zu Ihrem Abrollverhalten passt. Bei vielen Modellen, die an der Grenze zum Trendschuh sind, ist zudem die Tauglichkeit für viele Läufer in Frage zu stellen z.B. Nike Shox, Adidas Clima Cool, .... Aber zum Glück gibt es inzwischen auch "richtige" Laufschuhe in "schöneren" Farben, vgl. z.B. den Asics GT 2120 in schwarz. Problem mit den häufig sehr hellen Farben ist u. a., dass für den Riesenlaufschuhmarkt in den USA die hellen Farben gewünscht werden. Sollte der Verkäufer Schuhe nach dem Kriterium Aussehen zum Laufen verkaufen wollen, sollten Sie am besten gleich das Geschäft verlassen.

16. Anprobe / Passform

Die Schuhe sollten Sie mit Laufsocken (Socken, die Sie üblicherweise beim Laufen tragen) probieren. Das kann auch der Baumwollsocken sein, wobei sicherlich funktionelle Laufsocken vorzuziehen sind. Lassen Sie die Schuhe über einen längeren Zeitraum im Geschäft an und bewegen Sie sich darin. Alle Möglichkeiten zum Laufen mit dem Schuh sollten Sie nutzen (im Geschäft, vor dem Geschäft). Schließlich wollen Sie mit dem Schuh später laufen und nicht stehen. Besonderes Augenmerk sollte darauf liegen, dass der Schuh nirgendwo drückt (Seite, vorne, hinten), dass der Knöchel nicht auf dem Schuhrand aufliegt, der Fuß wirklich komplett auf dem Leisten des Schuhs steht (nicht über-steht), d.h. der Schuh breit genug ist, der Schuh nicht an der Achillessehne drückt, Sie die Zehen gut bewegen können aber im Vorfuß nicht schwimmen, der Schuh gut und gleichmäßig abrollt, Synthetikoverlays und Schnürung nirgends drücken, die Ferse fest im Schuh sitzt und nicht rutscht (weder seitlich noch nach oben) usw.

Einfach gesagt: Der Schuh muss passen. Sie müssen sich rundum wohl fühlen. Vorausgesetzt die Schuhkategorie wurde richtig gewählt und alle vorgelegten Schuhe sind der gleichen bzw. ähnlichen Kategorie zuzuordnen, dann können Sie wirklich rein subjektiv entscheiden, in welchem Schuh Sie sich am wohlsten fühlen. Dabei sollte weder die Farbe, noch der Preis den letzten Ausschlag geben, sondern einfach das Wohlbefinden in dem jeweiligem Schuh.
Das ist der mit Abstand wichtigste Punkt der Tipps!!!


17. Laufbandanalyse

Eine Videolaufanalyse auf dem Laufband ist meines Erachtens eine sehr gute Möglichkeit die Eignung des Schuhs und dessen Einflüsse auf den Bewegungsapparat zu überprüfen (entsprechend sicheres Laufen auf dem Band vorausgesetzt ;-). Danach können ggf. noch Korrekturen in der Schuhwahl vorgenommen werden z.B. stabilerer bzw. weniger stabiler Schuh oder die Empfehlung einer orthopädischen Einlage folgen. Es sei an dieser Stelle nachdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Laufbandanalyse für eine gute Beratung sehr sinnvoll ist. Allerdings nur dann, wenn Sie von fachlich geschultem Personal durchgeführt wird. Besonders wenn Probleme bestehen, deren Ursache Sie nicht finden, kann eine umfangreiche Bewegungsanalyse, wie sie von einigen Laufsportfachgeschäften zumeist gegen Bezahlung angeboten wird, weiterhelfen.

Leider wird die Laufbandanalyse zu häufig als reine Verkaufsshow missbraucht. Fachlich geschultes Personal kann nie durch eine Laufbandanalyse ersetzt werden, auch wenn dieser günstige Weg des öfteren gewählt wird. Allerdings wird einer Maschine leider zu oft mehr Glauben geschenkt als einem noch so kompetenten Menschen. Egal wie Sie letztlich dazu stehen, eine Laufbandanalyse in den Händen eines Fachmannes ist mehr als ein Promotioninstrument.


18. Umtausch

Ob ein Schuh wirklich der richtige ist/passt lässt sich weder nach einer Laufbandanalyse, noch nach minutenlangem Anprobieren sagen. Die ersten Trainingseinheiten (20 - 50 km) entscheiden. Fragen Sie deshalb unbedingt am Ende des Einkaufes nach, wie lange Sie den Schuh nach Gebrauch noch umtauschen können. In guten Läden ist dies in der Regel auch nach 2 - 3 Wochen noch möglich. Dies ist allerdings eine freiwillige Kulanzleistung des Geschäftes. Ein Anspruch darauf besteht nicht. Einen Teil der Schuhe nimmt der Hersteller zurück, so dass dem Geschäft dadurch kein Nachteil entsteht


19. Haltbarkeit

Im Normalfall ist die Dämpfung vor der Außensohle hinüber. Die Lebensdauer würde ich mit 800 - 1200 km angeben. Natürlich soll es auch möglich sein bei entsprechender "Pflege" des Schuhes, als 60 kg Läufer ohne Fußfehlstellungen mit bevorzugt weichem Untergrund, den Schuh länger zu laufen. Das ist aber nicht die Regel und die Erfahrung zeigt, dass leider allzu viele Probleme auf die zu lange getragenen (falschen) Schuhe zurück zu führen sind. Wer mehrere Paare parallel läuft, reduziert nicht nur die Verletzungsgefahr, sondern erhöht zudem die Lebensdauer seiner Schuhe.